FirePublications Feuerwehrpresse Tatsachen Meinungen

FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch
Brandschutz/Rettungsdienst
 

Tatsachen - Meinungen: Kritisches aus dem (Feuerwehr-)Alltag
Die Beiträge
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Zum Image der Feuerwehren

Blaulicht
Das alte Bild der Feuerwehr
Ein Erlebnis am Rande
Die Schauübung der Feuerwehr war soeben zu Ende gegangen. Eine jugendliche Zuschauerin lief danach mit ihrer Mutter zurück zum Parkplatz. Vor den beiden gingen zwei Angehörige des Technischen Hilfswerkes (THW) in ihren hellblauen Uniformen. Fragt die Jugendliche die Mutter: "Das ist aber doch keine Feuerwehr?!" -, daraufhin die Mutter: "Doch, die sind auch von der Feuerwehr!". Dann nochmals die Jugendliche: "Aber die haben doch ganz andere Uniformen?!". Darauf antwortet die Mutter: "Das sind doch die Uniformen, mit denen die hinterher zum Trinken gehen!".

Blaulicht
"Auch das freut die Leut!"
Zur Fernsehsendung "150 Jahre Deutscher Feuerwehrverband" (SWR, 13.07.2003)
Kommentar von Wolfgang Jendsch


Eine etwa halbstündige Fernsehsendung zum Thema "Feuerwehren" in Deutschland
wäre eine tolle Chance zur Präsentation eines besseren Images gewesen.

Die Feuerwehr "in Ulm, um Ulm und um Ulm herum", rund dreissig Minuten im Fernsehen, zur besten Sendezeit! Eigentlich müsste man glücklich sein über so viel kostenlose Aufmerksamkeit und über das Interesse der TV-Schaffenden am Auftreten der Feuerwehr. Aber eben nur eigentlich, schaut und vor allem hört man mal genauer hin, was da über die "Floriansjünger" wieder einmal zum Besten gegeben wurde. Für die einen eine "nette Sendung", für die anderen eine "Chance, die wieder einmal verpasst wurde" im Hinblick auf das noch immer eher dürftige Image der Organisation.

Alte Feuerwehrfahrzeuge, Oldtimer, Blauröcke beim Schrauben und Putzen. Absolut nichts gegen historische Fahrzeuge, aber schon die Einführung des Fernsehmoderators liess aufhorchen:
"Ein Traum in Rot für Gross und Klein, ein Spielzeug für die Kinder und für das Kind im Manne. Prunkstücke dieser Art sind alle noch gebrauchsfähig. In Ulm sind sie nun ausgestellt. Der Grund dafür ein Jubiläum, ein runder Geburtstag! Seit 150 Jahren retten die Floriansjünger vereint die Menschen und gehen gegen Brände vor.
Jubiläum - in Ulm! Und da wird feste gespritzt, viel gelöscht, angestossen und ins Horn gestossen!".


Die Antwort sollte wohl witzig sein, für das Image der Feuerwehren hingegen war sie jedoch eher nachteilig.

Eigentlich klar, wie es jetzt weitergehen musste mit dem "Image der Feuerwehr": Noch mehr Oldtimer, Mannschaften in alten Uniformen, "Oldtimervirus" - "ein kostspieliges Hobby"!
Und dann ein im Ländle nicht unbekannter Oldtimer-Fan, im Interview angesprochen auf die "Cabrios" der Feuerwehr (Fahrzeuge mit offenem Mannschaftsraum): "Die Feuerwehrleute mussten damals im Freien sitzen. Die Feuerwehr-Chefs haben gesagt, die müssen abgehärtet werden". Darauf die Frage der Reporterin: "Dann haben wir heute wohl eine ziemlich verweichlichte Truppe, die immer in geschlossenen Fahrzeugen fährt?". Antwort: "Ja, so isses, unsere Altvorderen, die waren härter!".
Verpasste Chance?!
Dann natürlich Magirus - "... in Ulm, um Ulm und um Ulm herum"! Eine grossartige Werbung für das Unternehmen, ein tolles Image! Und die Feuerwehr beim Ausprobieren eines Schutzhelmes mit Goldvisier? Frage der Reporterin: "In welchem Sience-Fiction-Film spielen Sie denn mit?". Stimmt, manchmal hat man wirklich den Eindruck?!

Nun kommt die Jugendfeuerwehr zum Zuge - mit "Durchschlagskraft" beim Eintreten einer Türe, ohne korrekte Einsatzbekleidung, dafür aber in Turnschuhen und ohne Handschuhe. "Anerkennung von den alten Hasen", die "zu Tausenden nach Ulm gekommen sind"!
Von der Jugendfeuerwehr dann zu denen mit den "besonders exotischen Helmen", Feuerwehrangehörige aus Niederösterreich. Nochmals "Sience-Fiction"? Und dann kommt, was offensichtlich längst kommen musste: Eine Schar deutscher Feuerwehrangehöriger in Einsatzkleidung, am Biertisch und mit vollen Bierkrügen -, eine weitere, die sich vor der Kamera mit unverständlichem Gegröle artikuliert. Wohl bemerkt: Das waren jetzt keine "zufälligen" Aufnahmen eines Kameramannes, sondern bewusste Realität und gewollte Darstellung! Schon wieder eine verpasste Chance?!
Immerhin, gleich danach ein "Zugeständnis" an die Ulmer Höhenretter: "Null Promille dagegen für diese Männer. Sie brauchen einen klaren Kopf!". Ach ja?!


Einsatzkleidung, Biertisch, volle Krüge - ein wahrhaft grossartiges Image für die Feuerwehr.

Ein weiteres Kapitel in "unserem Dritten" - zum Beweis der Professionalität? Es ging um Wettbewerbe. Kommentar: "Sie müssen schnell sein, schliesslich sind sie ja die Feuerwehr!". Und die folgenden Bilder sprechen für sich beziehungsweise für die "Professionalität": Gemeinsames Trampeln zum Warmmachen, militärisch-"coole" Kommandos, brillante Befehle!
Frage der Reporterin an den "Hauptbewerter": "Wie nah ist denn so ein Wettkampf an der Feuerwehr-Realität?". Die eher zögernde und unsichere Antwort nennt immerhin "Handwerksgriffe" und "Systematik" als Beweis. Dafür aber die keuchende Ergänzung eines Teilnehmers: "Fünf bis sechs mal pro Woche haben wir geübt!".
Beim Staufellauf dann wieder "Professionalität": Kommandos, Brüllen, schwache Vorstellungen über Wände und Balken!
"Auf Zack sein in ganzer Linie", so das Fazit der Reporterin zu dieser "nicht alltäglichen Feuerwehrarbeit!".
Ja was denn nun - schon wieder eine verpasste Chance?!

Der "Wettkampf nach Noten" durfte jetzt nicht fehlen: Fragwürdiges Paradieren im Gleichschritt - denn "... die Linie muss geschlossen bleiben!". Stabführer W. aus A. jedenfalls hatte sich "vorher die Örtlichkeit angeschaut", war diese zuvor "im Geiste abgeschritten" und hatte mit seiner Truppe "massiv trainiert". Aber oh je - "der Beckenspieler patzte!", war er den anderen doch einen Schritt voraus. Und weil sich der Wettbewerbserfolg dann doch noch einstellte, ging es wieder an den Biertisch. Ein "dreifach kräftiges Wasser marsch!" in die Fernsehkamera gebrüllt, mit vollen Bierkrügen natürlich, versteht sich. Und Zu Hause wird dann der Erfolg nochmals gefeiert - "... klar, da wird ein Fass aufgemacht!". Das kann sich auch Fernsehmoderator Hans Dieter Reichert gut vorstellen: "Das Bier danach, das tut gut!".
Professionalität, verpasste Chance?!


Trotz Verständnis und Begeisterung für Feuerwehrhistorie und alte Fahrzeuge -
das Image der professionellen deutschen Feuerwehr kann so allein nicht aussehen?!

Und schlussendlich kommen dann nochmals die "Oldtimer" zu Wort - "leistungsstark - bis in die Spritzen!". Stolz präsentiert man altes Feuerwehrgerät beim Handdruckspritzen-Wettbewerb.
Und das Fernseh-Image: Ein wenig dümmlich, nachlässig, unsicher - so der Eindruck!
"Auch das freut die Leut!" - der Festumzug nämlich. Gezeigt und präsentiert werden alte Drehleitern, eigentlich eine interessante und schöne Angelegenheit. Im Vergleich allerdings eher weniger. "Nicht so modern wie heutige Drehleitern", kommentiert ein Maschinist seine 1926er Autodrehleiter, "aber wir haben schon Wetten abgeschlossen, dass die schneller aufgerichtet ist wie die heutigen modernen Drehleitern - und die Wette haben wir gewonnen!".
Bravo, brüllender Applaus - was soll das also mit den modernen Magirus-Drehleitern, mit der Professionalität? Verpasste Chance, schon wieder?! Magirus-Mitarbeiter Hornung weiss das aber ganz genau: "Das ist eine eigene Kaste, die die Leitern bedienen dürfen, auch heute noch!".
"Löschen, Retten, Bergen (und wo bleibt der Schutz?) - Tausende von Menschen verdanken der Feuerwehr ihr Leben", fasst Hans Dieter Reichert lobenswert zusammen, aber "Freude und Beifall gibt es eher selten bei ihren Einsätzen - beim runden Geburtstag allerdings zu Recht!". Hmm, warum nicht auch nach dem Einsatz? Immerhin - oder gerade deshalb: "Der Weg ist das Ziel", hoffentlich (nicht) nur im Festumzug!

Nun, ich wiederhole mich - für die einen war das eine "nette Sendung", lustig, von bürgernahem Unterhaltungswert -, für die anderen eine "Chance, die wieder einmal verpasst wurde" im Hinblick auf das noch immer eher dürftige Image der Feuerwehr in Deutschland. Man darf und sollte sich daher durchaus fragen, was diese Fernsehdarstellung den Feuerwehren wirklich gebracht hat, wenn nicht die Manifestierung alter (Vor)Urteile und die Bestätigung, dass Feuerwehr ja doch eher eine Hobby-Truppe ist als eine professionelle Hilfsorganisation.
Und über Eines muss man sich im Klaren sein: Das Fernsehen sucht sich seine Themen, Inhalte und Darstellungsformen nicht nach dem (gewünschten) Image einer Organisation aus, sondern nach ihrer Wirkung auf den ganz normalen Zuschauer. Es liegt also an der Feuerwehr selbst beziehungsweise vor allem an ihren einzelnen Akteuren, ob und wie sie sich vor der Kamera präsentieren. Und das haben einige hier ja sehr "erfolgreich" getan?!
 

Blaulicht
Deutlich mehr ist fair!
Zur Lohnkampagne der Dienstleistungsgewerkschaft "ver.di"
Kommentar von Wolfgang Jendsch
Da muss man sich schon ganz schön wundern! Im Rahmen ihrer diesjährigen Lohnforderungen von "deutlich mehr als 3 Prozent" schaltet die Dienstleistungsgewerkschaft "ver.di" unter anderen auch eine Anzeige unter dem Motto "Deutlich mehr ist fair", in der sie die "Leistungen" (??) eines Berufsfeuerwehrmannes präsentiert:

Also, irgend etwas muss da "ver.di" nicht so ganz verstanden haben?!
Für die in der Anzeige ausgewiesenen "Leistungen" (??) des Feuerwehrmannes wären 1669 Euro ja durchaus angemessen -
aber hat man dem guten Andreas Fritz hier wirklich die richtige "Arbeitsplatzbeschreibung" geliefert?
Wie wäre es denn mit:

Und damit wären die "deutlich mehr als 3 Prozent" für den 33jährigen verheirateten Feuerwehrmann Andreas Fritz aus Berlin dann auch wirklich berechtigt! Irgendwie kommt einem doch wieder mal der Gedanke, dass es mit dem Image eines Feuerwehrmannes nicht so ganz weit her ist - nicht mal bei "ver.di"?!
 


Blaulicht
Widerlich, peinlich - ärgerlich!
Der "Feuerwehrwettbewerb" ist gelaufen - Feuerwehren haben "erfolgreich" teilgenommen
Proteste haben offensichtlich überhaupt nichts genutzt, die Firma Mast/Jägermeister hat ihre "Jägermeisterschaften" wie geplant durchgezogen - und eine nicht unbeträchtliche Reihe von Feuerwehren hat sich mit zweifelhaftem Engagement daran beteiligt. Was letztendlich bei diesem Wettbewerb herausgekommen ist, zeigt ein Flyer, der mittlerweile als Werbebeilage unter anderem eines deutschen Feuerwehr-Fachmagazines in Deutschland verbreitet wurde. "Widerlich", "peinlich", schlichtweg "zum Kotzen" - ganz sicher aber "ärgerlich" sind die entsprechenden Aktionen der beteiligten Feuerwehren. Makabre Präsentationen, die missbräuchliche Nutzung von Einsatzfahrzeugen und Geräten oder aber Selbstdarstellungen der peinlichsten Art - hier bieten sich Ansätze genug für rechtliche Schritte, für Interventionen der Dienstaufsicht und für wirksame Proteste aus den eigenen Reihen der Feuerwehr. Und hier sind jetzt die Verbandsgremien auf Kreis-, Landes- und Bundesebene gefordert, ein solches und möglicherweise künftiges Verhalten von Angehörigen der Feuerwehr wirksam zu unterbinden.
Ein "Erfolg" jedenfalls ist den beteiligten "Feuerwehrkameraden" sicher: Das Image der Organisation Feuerwehr ist wieder einmal nachhaltig geschädigt und alle engagierten Bemühungen der letzten Monate und Jahre, die Feuerwehr in ein besseres Licht der Öffentlichkeit zu rücken, waren damit letztendlich umsonst.


Flyer der Firma Mast/Jägermeister mit dem Dank "für den kreativen Einsatz" der Feuerwehr.
 

"Der grosse Feuerwehrwettbewerb: Jägermeisterschaften - Feuerwehraktion"

Deutscher Feuerwehrverband (DFV) lehnt "Jägermeister"-Fotowettbewerb ab
Offener Brief vom 12.04.2001 an die Mast AG
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit nur wenigen vergleichbaren Ausnahmen im europäischen Ausland verfügt Deutschland mit ca. 1,3 Mio. Bürgerinnen und Bürgern in 30.000 Feuerwehren über ein flächendeckendes Gefahrenabwehrsystem, das weltweit seines gleichen sucht. Der Gemeinschaft in Städten und Gemeinden, bei Brandbekämpfung, Technischer Unfallhilfe, Umwelteinsätzen, Rettungsdienst u.v.m. wird durch die Feuerwehren ein optimaler Sicherheitsstandard gewährleistet. Feuerwehr ist aber auch durch die Implementierung in allen Kommunen Kulturträger und fester Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft. In unserer heutigen Freizeitgesellschaft und auch im "Internationalen Jahr der Freiwilligen", der Vereinten Nationen somit auch eine gute Verbindung zwischen Freizeitgestaltung und bürgerschaftlichem Engagement.
Hervorgehend aus der öffentlich-rechtlichen Trägerschaft sind Angehörige der Feuerwehren Uniformträger und damit auch Repräsentanten des Staates. Eine Grenze bzw. Trennung zum vereins- und geselligen Bereich wird dadurch fließend.
Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) als Fachverband aller deutschen Feuerwehren begrüßt und unterstützt selbstverständlich jede Aktion und Initiative, die der traditionellen Verpflichtung einerseits und dem öffentlich-rechtlichen Auftrag andererseits, also dem Image und dem öffentlichen Erscheinungsbild zuträglich ist.
"Der große JÄGERMEISTER-Fotowettbewerb für alle Feuerwehren" ist hierfür keinesfalls geeignet.
Natürlich wissen wir, dass "Feuerwehr" unter Marketinggesichtspunkten ein optimaler Werbeträger und Multiplikator ist. Damit wird jedoch ein falsches Bild gezeichnet. Feuerwehr und Alkohol suggerieren dem Bürger Unzuverlässigkeit, erschließen ihm alte und bekannte Vorurteile, gegen die wir uns nachhaltig zur Wehr setzen. Das Vertrauen in die Feuerwehr wird empfindlich gestört.
Auch umgekehrt: Die Feuerwehren, die sich am Wettbewerb beteiligen und deren Fotos veröffentlicht werden, könnten auf der örtlichen und regionalen Ebene deswegen nicht unbedingt eine positive Resonanz erfahren. Die Feuerwehren verhalten sich (unbewusst) kontraproduktiv. Eine vielfältige Akzeptanz in der Bevölkerung nimmt ab, Imageverlust droht, Erklärungsnotstände gegenüber den unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Einrichtungen im näheren und weiteren Wirkungsbereich entstehen.
Als Bundesverband sind wir natürlich nicht so weit von der Basis entfernt, als das wir nicht wüssten, dass auch bei den Feuerwehren Teamgeist und Kameradschaft gefördert wird und unter anderem auch Feste gefeiert werden. Es kann deshalb trotzdem nicht angehend, dass durch solche Aktionen das Erscheinungsbild der Feuerwehren negativ dargestellt wird.
JÄGERMEISTER tut sich selbst, aber insbesondere den Feuerwehren mit der Feuerwehrmeisterschaft keinen Gefallen. Stoppen Sie den Wettbewerb!
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Becker
Bundesgeschäftsführer

Blaulicht
"Jägermeister-Fotoaktion" - ein "Bärendienst" für die Feuerwehren!
Gemeinsame Stellungnahme der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, der Freiwilligen Feuerwehr Radolfzell und des Kreisfeuerwehrverbandes Konstanz
Gegen die Teilnahme an einem von der Firma Mast AG ausgeschriebenen Fotowettbewerb, bei dem Feuerwehren und das gleichnamige Produkt „Jägermeister“ abgebildet werden sollen, sprechen sich neben dem Kreisfeuerwehrverband Konstanz auch die Feuerwehren aus Radolfzell und Konstanz aus. Sie schließen sich damit einem Appell des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg an. „Jägermeister“ forderte Feuerwehren in einer deutschlandweiten Kampagne auf, entsprechende Fotos im Rahmen einer "Feuerwehraktion Jägermeisterschaften - Der grosse Feuerwehrwettbewerb" einzusenden.

Die Feuerwehren arbeiten seit Jahren mit großem Engagement und Aufwand daran, ihr eigenes Image weg von den „Bierkrug-stemmenden Blau-Uniformierten“ und hin zu dem einer ehrenamtlichen, gemeinnützigen und professionellen Organisation zu wandeln. Um den Gefahren, die mit der fortschreitenden Technisierung einhergehen, schlagkräftig begegnen zu können, ist neben einer guten Ausstattung auch hoher persönlicher Einsatz der Feuerwehrangehörigen gefragt. Solcher lässt sich mit Alkoholkonsum und den damit einhergehenden Folgen nicht in Einklang bringen.

Der Verband und die Feuerwehren sind angesichts dessen nicht gewillt, sich als Werbeträger für alkoholische Getränke herzugeben. Dies würde dem Ansehen der Feuerwehren mehr schaden als nutzen. Überdies wäre es realitätsnäher, die Feuerwehren für alkoholfreieGetränke als Werbeträger zu nutzen, wenn man denn schon auf Feuerwehren als Werbeträger zurückgreifen zu müssen meint.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:
- Freiwillige Feuerwehr Konstanz, Pressesprecher Nikolaj Schutzbach, nikolaj.schutzbach@t-online.de, Telefon 07531/64017
- Freiwillige Feuerwehr Radolfzell, Pressesprecher Wolfgang Jendsch, firewolf@t-online.de, Telefon 07732/12893
- Kreisfeuerwehrverband Konstanz, Pressesprecher Hendrik Roggendorf, pressestelle@kfv-konstanz.de, Telefon 07531/997 9936

Blaulicht
Die Sache mit dem Image
Kommentar zur "Jägermeister"-Aktion von Fachredakteur Wolfgang Jendsch
Was sind wir doch für Hirsche?! Ein Blick auf das Werbeplakat des Wolfenbütteler Schnapsherstellers zum "Grossen Feuerwehrwettbewerb" reicht, um sich "bildlich" vorzustellen, wie man "Feuerwehr" in bestimmten Kreisen der Öffentlichkeit sieht beziehungsweise sehen möchte (siehe Plakatabbildung oben). Eine "Schnapsidee" - könnte man meinen, eine Beleidigung für jeden Feuerwehrangehörigen! Und doch wissen diejenigen, die eine solche Werbeaktion initieren, offensichtlich sehr genau, mit wem sie "es machen können"?! Es muss also die Frage erlaubt sein, ob der "Feuerwehr" hier nicht der Spiegel vorgehalten wird hinsichtlich eines Images, das noch immer - und immer von neuem - in der Öffentlichkeit existent ist.
Von daher ist es zweifelsohne lobenswert, dass sich Feuerwehrverbände und örtliche Feuerwehren in aller Deutlichkeit (?) gegen solche ausgesprochen imageschädigenden Aktionen aussprechen. Zugleich sei aber auch den Feuerwehren ins Gewissen geredet, die aus Gedankenlosigkeit und aus falsch verstandener "Darstellungssucht" an so einer Aktion teilnehmen. Offensichtlich nicht wenige, denn sonst wären die "Jägermeisterschaften" längst "mangels Masse" abgesetzt.
Warten wir es ab - und tun wir künftig alles, um unser Bild und unser Ansehen in der Öffentlichkeit nachhaltig zu verbessern.

Blaulicht
Eine Reaktion
Schreiben von Karl Sion, Aachen, an die Firma Mast/Jägermeister
Karl Sion aus Aachen übersandte uns nachstehenden Brief mit der Bitte und der ausdrücklichen Genehmigung zum Abdruck. Wir tun das gern und kommentarlos - der Inhalt dürfte eindeutig sein.

Karl Sion
Halfendriesch 4
52080 Aachen
0241/ 55 17 47
Fax / 56 47 09

Mast Jägermeister AG
Geschäftsleitung
per Telefax 05331 / 81-409

28.09.20001
Werbung Jägermeisterschaften
Sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits telefonisch mit Frau Wege besprochen, haben Sie mit dieser Aktion den deutschen Feuerwehren sehr geschadet. Wahrscheinlich haben Sie, da Sie die Imageprobleme der Feuerwehren nicht detailliert kennen, die Aktion ohne Hintergrundwissen ins Leben gerufen. Spätestens nach dem offenen Brief des Deutschen Feuerwehrverbandes mussten Sie sich mit der Problematik, Feuerwehr und Alkohol, im Interesse der Feuerwehren, auseinandersetzen und die Aktion abblasen.
Werben, verkaufen und entsprechend Umsatz machen ist legitim. Aber Sie wollen dies anscheinend leider durch Werbung mit Feuerwehrangehörigen, die Sie in der Öffentlichkeit zu alkoholfreudigen Mitbürgern darstellen, erreichen. Sie wollen, das geht eindeutig aus den von Ihnen veröffentlichten Bildern hervor, die Feuerwehren lächerlich machen, um damit der Allgemeinheit, die auf solche Dinge bekanntlich lüstern reagiert, Ihre Produkte schmackhaft zu machen. Sie wissen genau, dass sich in der Regel nur Bürger bei der Feuerwehr engagieren, die sich sozial für andere Menschen einsetzen. Warum nutzen Sie diesen Umstand für Ihre Umsatzzwecke. Warum veröffentlichen Sie nicht Bilder von Managern, Wirtschaftsfachkräften, Politikern usw., die ihrer Arbeit ohne Ihr Produkt - in hochprozentiger Konzentration - überhaupt nicht nachgehen können. Das bringt wahrscheinlich nicht den Erfolg, wie die Werbung mit den sozial engagierten Feuerwehrleuten. Außerdem wäre es auch unschicklich Führungskräften zu unterstellen, dass sie ihre Arbeit unter Alkoholeinfluss ausüben.
Die Feuerwehren, die sich für diese Aktion hingegeben haben, haben auch keinen Solidaritätsgeist im Sinne der Feuerwehren bewiesen. Außerdem bezweifele ich, dass sie geistig in der Lage sind, die Problematik, die bezüglich Alkohol in der eigenen Organisation herrscht, zu begreifen.
Die Bilder in Ihrer Auswertung zeigen teilweise sehr deutlich, mit welchen geistig gebildeten Feuerwehrmitgliedern Sie demnächst Werbung machen wollen. Welche 100 Feuerwehren sich nicht mit den ca. 1,3 Millionen anderen Feuerwehrangehörigen solidarisch zeigen, kann man auf Ihrem Werbeträger nachlesen. Die Wettbewerbsteilnehmer, die namentlich im Verborgenen geblieben sind, und aus eigener Feigheit auch künftig im Verborgenen bleiben werden, werden uns leider für immer unbekannt bleiben.
Ich bin der Meinung, dass Sie den offenen Brief des Deutschen Feuerwehrverbandes in gröbster Weise missachtet haben und Ihrerseits eine Entschuldigung beim Verband und den 1,3 Millionen Mitgliedern angebracht ist.
Wenn, wie Frau Wege behauptet, Ihnen die Feuerwehren so sehr am Herzen liegen und Sie ihnen was Gutes tun wollten, dann beweisen Sie das durch eine zusätzliche großzügige Spende zugunsten der toten amerikanischen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner. Der Deutsche Feuerwehrverband, der für diese Hilfe ein Sonderkonto eingerichtet hat, hilft direkt und ohne Abzug von Verwaltungskosten.
Ihre Aktion sollten Sie unter: Dumm gelaufen registrieren und schnellstens in die Ablage geben.

Ich verbleibe in der Hoffnung, dass Sie diese Zeilen im Interesse der Feuerwehren richtig verstehen und bewerten.
Freundliche Grüße
gez. Karl Sion
 


Blaulicht
Manche lernen es offensichtlich nie?!

Kreisfeuerwehrtag in Baden-Württemberg - Oldtimerkorso. Mittendrin ein "Bier-Löschzug" von "Gögginger", aufgebaute Werbeschilder auf einem alten Löschfahrzeug. Auch sonst kurvte das Fahrzeug immer wieder im Bereich des Festplatzes und der Veranstaltungsbereiche herum.

Fazit: Daß mit einer solchen Darstellung das alte Image der "löschenden" Feuerwehr wieder neue Nahrung erhält, scheint hier niemanden zu kümmern. Alle Bemühungen, einem solchen Image der Feuerwehr entgegen zu wirken, werden durch solche Darstellungen wieder zunichte gemacht, schade drum!
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Die Berichterstattung der Medien
 

Blaulicht
Manche begreifen es offensichtlich nie?!
Zur Berichterstattung des Radolfzeller "Südkurier" über eine Jahreshauptversammlung der Feuerwehr
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Mit dem offensichtlichen Reizwort "Durstlöschen" endete wieder einmal die Berichterstattung des Radolfzeller "Südkurier" über eine Jahreshauptversammlung der Feuerwehr.
Offensichtlich können oder wollen es der Berichterstatter, aber auch die Redaktion selbst, noch immer nicht begreifen? Anscheinend gehört es deren Auffassung nach zwingend dazu, einen Einsatz der Feuerwehr mit dem "Durstlöschen" enden zu lassen? Jeder, der von Feuerwehreinsätzen etwas versteht weiss, dass Feuerwehrangehörige nach einem Brand- oder Rettungseinsatz zunächst einmal durchgeschwitzt nach Hause fahren, den Rauch und Dreck vom Körper duschen, danach entweder todmüde ins Bett fallen oder schnellstmöglich zurück an ihre Arbeit gehen. "Durstlöschen" ist in diesem Zusammenhang absolut kein Thema, und schon gar nicht mit Alkohol, wie es die Berichterstattung offensichtlich unterschwellig vermitteln will.
Warum eigentlich die Aufregung? Ist doch halb so schlimm, dieser Satz?! Man fragt sich allerdings bei solchen Zeitungsveröffentlichungen regelmässig, ob man es hier mit Gedankenlosigkeit, potentieller Dummheit oder mit bewusster Diffamierung von Feuerwehrangehörigen oder gar der Feuerwehr selbst zu tun hat? Dabei ist unbestritten, dass das Image der Feuerwehr als "durstlöschende Truppe" lange Jahre Bestand hatte. Aber die Zeiten haben sich - von wenigen "schwarzen Schafen" mal abgesehen - längst geändert. Das sollten auch die Mitarbeiter der Medien endlich mal zur Kenntnios nehmen und begreifen -, erst recht, wenn man es ihnen bereits 'zig Mal vermittelt hat.
Stichwort "bewusste Diffamierung": Wer hat eigentlich schon einmal etwas vom "Durstlöschen" gelesen, wenn es um eine Berichterstattung über die Polizei oder über den Rettungsdienst geht? Nicht einmal in Beiträgen über Fasnet-Vereine, über Geflügelzüchter oder über Musikkapellen findet sich üblicherweise der "Alkohol" als öffentlichkeitsrelevanter Fakt. Aber die Begriffe "Feuerwehr", "Löschen" und "Durst" scheinen bei manchen "Schreiberlingen" offensichtlich die Phantasie geradezu explosionsartig zu beflügeln. Und da fällt es dann im Beitrag schon gar nicht mehr auf, dass der "Stadtkommandant" ein Stadtbrandmeister ist (man stelle sich nur mal die Aufregung vor, wenn man den Präsidenten eines Narrenvereins falsch bezeichnen würde!), dass kein "Feuerwehr-Kommando" in den Einsatz geht (klingt da etwa noch ein wenig DDR-Knowhow durch?), sondern bestenfalls ein Löschfahrzeug, ein Zug oder sonst was für eine Einheit -, und dass der Begriff "Floriansjünger" mindestens genauso negativ ist wie der des "Schreiberlings".
 

Blaulicht
Verstehen und Kapieren?!
Zur fachlich korrekten Berichterstattung der Medien
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Es sollte ein berechtigtes Anliegen der Feuerwehren sein, in der Medien-Öffentlichkeit verstanden und gleichzeitig fachlich korrekt dargestellt zu werden. Schnell entsteht dabei das Problem des "Fach-Chinesisch". Fachbegriffe wie "DLK 23-12 SE", "Tanklöschfahrzeug" oder "Feuerwehrangehöriger" werden unter dem Griffel der Zeitungsredakteure schnell zum verallgemeinernden "Löschzug", zum spielerischen "Feuerwehrauto" oder zum abwertenden "Floriansjünger".
Um diesem Problem entgegen zu wirken, werden den Redaktionen seiten der Feuerwehr-Pressestellen Informationen zur Hand gegeben, die Fachbegriffe allgemeinverständlich "übersetzen". Eine wohlgemeinte Hilfe soll ein solches Informationsblatt für Journalisten sein, denen man ein fundiertes Feuerwehr-Fachwissen nicht zumuten kann und will (z.B. "Arbeitsordner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehren": Informationen zur Berichterstattung über die Feuerwehren; Kohlhammer-Verlag).
Offensichtlich aber nicht immer sind die Kollegen in den Redaktionen begeistert über die Hilfe der Feuerwehr-Pressestelle. Der Journalist einer Stolberger Zeitung jedenfalls glaubte, einer solchen Information mit einer Glosse begegnen zu müssen. Das Anliegen der Feuerwehr auf qualifiziert-fachliche Berichterstattung ins Lächerliche ziehen - das ist ihm damit gelungen. Kapiert hat er ansonsten gar nichts. Oder will der "Schreiberling" (wenn man "Floriansjünger" mal ins Redaktionelle übersetzt!) einfach nur nicht verstehen, daß eine qualifizierte journalistische Berichterstattung auch von der Verwendung korrekter (und trotzdem verständlicher) Begriffe abhängt?! Das gilt im Übrigen keinesfalls nur für den Bereich "Feuerwehr", sondern für alle anderen Bereiche auch. Und das wiederum lernt man eigentlich bereits im Volontariat?!
 

Blaulicht
Presse-Splitter

Über das anstehende Jubiläum einer Feuerwehrabteilung berichtete die örtliche Tageszeitung, über das vergangene Jahr, in der es zwanzig Proben gab, jedoch keine Einsätze. Aufmerksam machte in dem Bericht jedoch ein Satz, der zugleich Anlaß zu erheblichen Bedenken geben muß: "Der Ausbildungsstand der Wehrmänner ließ keine Teilnahme an Wettkämpfen zu"!
Feuerwehrwettkämpfe als höchst erstrebenswertes Jahresziel - das kennt man durchaus in Feuerwehrkreisen. Was aber, wenn die Wehrmänner mit dem unzureichenden Ausbildungsstand plötzlich in einen Einsatz gerufen werden? Irgendwie - so der Eindruck zumindestens in der Öffentlichkeit - scheinen sich hier die Prioritäten verschoben haben?!

Ein gutes Image ist für Feuerwehren in der heutigen Zeit geradezu existentiell. Und für ein solches gutes Image sollte jede Feuerwehr für sich Sorge tragen. Notizen in der Tagespresse sprechen jedoch oft ein anderes Bild.
Die Glosse eines Journalisten beschreibt Feuerwehr so: "Schmuck sieht er aus, der junge Feuerwehrmann, der gerade mit der Spitze seines blank gewichsten Stiefels mit tänzerischer Anmut seine Zigarettenkippe in den zertrampelten Rasen verlocht. Da er sieht, daß ich ihn dabei beobachte, macht er alles wieder gut, indem er den enstandenen Trichter wieder flachtrampelt, als wäre nie was gewesen". Und dann noch eines drauf: "Wo die Wachablösung wohl bleibt? Wahrscheinlich ist sie mit Löscharbeiten im Festzelt beschäftigt".

Mit "Aufgeschnappt" ist ein anderer Beitrag betitelt, der über eine sportliche Großveranstaltung berichtet: "Hätten Sie gedacht, dass 50 Feuerwehrmänner vier Tage nahezu 24 Stunden lang im Einsatz waren? Dabei regelten sie nicht nur den Verkehr, wiesen Parkplätze zu und sorgten sich um Schilder und Abfall. Auch in der Nacht wurde das Eingangstor bewacht".

Und dann war da noch das 125jährige Jubiläum einer Freiwilligen Feuerwehr. Die Anzeige eines dreitätigen Festprogrammes in der überörtlichen Presse liest sich so: "Tanz und Unterhaltung, Frühschoppenkonzert, Festumzug mit anschließendem kameradschaftlichem Beisammensein im Festzelt, Feierabendhock, reichhaltige Speisen- und Getränkekarte, Kaffee und Kuchen, Weizenbierstand, Barbetrieb, Vergnügungspark ...".

Fazit: Rauchen im Dienst, Umweltverschmutzung ..., und über die "löschenden Feuerwehrmänner im Festzelt" braucht man sich schon lange nicht mehr zu wundern. Und "hätten Sie gedacht?": eigentlich hätte ich gedacht, daß Feuerwehrangehörige als Spezialisten zuständig sind für Brandschutz und Technische Hilfeleistung, nicht jedoch als Parkplatzwärter, Müllmänner und Pförtner?!
Und was nach 125 Jahren Feuerwehr offensichtlich bleibt, steht in der oben genannten Anzeige!

Fazit einer Kreisfeuerwehrverbands-Versammlung in der Tagespresse:
"Brände löschen fast nur Nebensache - Feuerwehren vor allem als technische Hilfstrupps im Einsatz".
Irgendjemand muß da wohl etwas falsch rübergebracht haben, oder?!
 

Blaulicht
Von "Katastrophen" und sonstigem Blödsinn
Zur Berichterstattung der Medien über die Waldbrandsaison in den USA
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Die Waldbrand-Saison 2004 in den USA ist gerade mal wenige Tage alt, da brechen - pünktlich und längst erwartet - die ersten Grossbrände in den waldbrandgefährdeten Regionen der Weststaaten aus. Und genauso pünktlich - und von Kennern der Materie längst erwartet - stürzen sich die Medien in die aktuelle Berichterstattung. Von "brennenden Glutöfen" ist in Zeitungen und auf Bildschirmen die Rede, vom "ausser-Kontrolle-geraten" der Brände und von der unvermeidlichen "Katastrophe", die dem unbedarften und in der Regel wenig sachkundigen Leser und TV-Seher hierzulande einen sprichwörtlichen Schauer über den Rücken laufen lässt. Und selbst so mancher Feuerwehrangehörige lässt sich von "Firefightern" und "Feuerwalzen" beeindrucken und "träumt" nicht selten von solchen "Power"-Einsätzen im heimischen Westerwald oder in der Lüneburger Heide.
Aus dem Blickwinkel eines seriösen Journalismus erscheint es allerdings schon sehr bedenklich, auf welche Art und Weise zahlreiche Medien hierzulande aus fachlicher Sicht "ganz normale" Ereignisse dieser Art präsentieren. Da geht es offensichtlich allein um das "optische Highlight" riesiger Flammen, um den Horror angeblich "auf der Flucht" befindlicher Bewohner - eben um die so schnell erklärte "Katastrophe". Offensichtlich sehr viel weniger intensiv kümmert man sich in den Redaktionen um fachliche Recherche und um die fachliche Realität hinter der "Sensationsmeldung". Es geht um Quoten, um Auflagen - nicht zuletzt um einen "pseudo-fachlichen Anstrich" bestimmter Fernsehsender und Blätter. Und wenn dazu dann noch die "pseudo-fachlichen Weisheiten" bestimmter deutscher "Feuerwehr-Experten" (von denen manch einer einen Waldbrand in US-Dimension vermutlich auch nur im Fernsehen gesehen hat) zitiert werden können, wird die ganze Katastrophe zur unumstösslichen Realität.

Und damit zur wirklichen Realität. Der erste grössere Waldbrand dieser Saison (Stichtag 5. Mai 2004) ist das "Cerritos Fire" acht Meilen südöstlich von Corona in Südkalifornien. Das Feuer breitet sich in hügeligem Gras- und Buschland auf derzeit 16.460 Acres (rund 6661 Hektar) aus. "Ausser Kontrolle" (wie uns die Medien hier weismachen wollen) ist es keinesfalls - ein sogenanntes "Incident Management 1 Team" unter der Leitung von Incident Commander Anderson führt den Einsatz der etwa 1360 Wildland-Firefighter mit rund 290 Löschfahrzeugen (Engines), 21 Dozern, acht Water Tendern (Löschwasser-Zubringer) und sieben Löschhubschraubern. Auch von "Katastrophe" keine Spur - der Einsatz läuft kontinuierlich und geplant ab -, etwa 65 Prozent der Gesamtfläche wurden bisher unter Kontrolle gebracht. Die Einsatzkräfte machen gute Fortschritte beim Anlegen der "Fire Lines" (Brandschneisen), somit erwartet das Management eine vollständige Kontrolle des gesamten Einsatzgebietes bis zum 7. Mai.

Und genau das ist es! Anstatt "Katastrophen" und anderen "Blödsinn" über die aktuelle Waldbrand-Situation zu verbreiten, stände es den Medien besser an, die nachweisbaren und damit wirklich realistischen Erfolge der Einsatzkräfte darzustellen. Allein am 5. Mai 2004 wurden in den waldbrandgefährdeten Regionen im Westen, Südwesten und Südosten der USA insgesamt 143 neue Waldbrände gemeldet, darunter vier Grossbrände (über 100 Acre). Drei dieser Grossbrände (unter anderem das "Eagle Fire" bei Temecula/CA und das "India Fire" westlich von Fallbrock/CA.) sowie die meisten der kleineren Brände konnten längst weitgehend unter Kontrolle gebracht oder gänzlich gelöscht werden.
Und wenn Waldbrände in den USA nicht sofort und "von heute auf morgen" gelöscht werden, wie man das vielleicht in Deutschland erwartet, dann hat das auch etwa mit Waldbrand-Taktik und "Wildfire Management" zu tun.

Weitere Informationen zum "Wildland Firefighting" in den USA
 

Blaulicht
Amerika brennt!
Zur Berichterstattung der Medien über die Waldbrandsaison in den USA
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Jedes Jahr das gleiche Medien-Spielchen:
Ferienzeit, Urlaub in Spaniens, Griechenlands oder Frankreichs heissem Süden, Brandstiftung - trockene Busch- und Waldflächen brennen, ganz nach Plan der einheimischen Zündler. Für Deutschlands Touristen vor Ort ein aufregendes Geschehen, von dem man später zu Hause und am heimischen Biertisch trefflich berichten und prahlen kann.
Damit es aber so richtig spannend wird im "medialen Sommerloch", setzen Presse, Rundfunk und Fernsehen noch eines drauf. Sie berichten mittlerweile regelmässig und ausführlich über die grossen Waldbrände im heissen, knochentrockenen Westen der USA. Genüsslich und unter Aufbietung des gesamten journalistischen Pseudowissens zum Thema Wald- und Flächenbrandbekämpfung wird dann hierzulande vermittelt, dass Amerika vom hohen Norden Washingtons bis an die mexikanische Grenze "in hellen Flammen" steht, dass - addiert man die Meldungsinhalte einfach mal - in den westlichen US-Staaten eigentlich längst alles abgebrannt sein muss, dass Menschen dort in Scharen "auf der Flucht vor dem katastrophalen Flammenmeer" und Amerikas Firefighter "erschöpft, ausgelaugt und am Ende ihrer Kräfte" sind.
Und ohne ein Mindestwissen um die organisatorischen und taktischen Zusammenhänge des US-Wildland Firefighting zu kennen, wirft man "fachkundig" mit Begriffen wie "Feuerbekämpfungszentrale" (gemeint ist das staaten- und organisationsübergreifende Koordinierungscenter "National Interagency Fire Center"/NIFC), "Feuerteufel" (gemeint sind die "legendären" Smokejumper) oder "Alarmierungsstufen" (gemeint ist der technische und personelle Vorbereitungs- und Bereitschaftsstatus "Prepardness Level") um sich. Der Einsatz der US-Armee zur Waldbrandbekämpfung muss dann wieder als Beweis dafür herhalten, dass "Amerikas Firefighter am Ende" sind, und ein Aufgebot von Strafgefangenen der staatlichen Haftanstalten wird zur Sensation an der heissumkämpften Feuerfront.
"Waldbrände in den USA", das sind die Themen, die das besagte "mediale Sommerloch" so richtig spannend füllen können - Themen, die sich Zeitungsleser und Bildschirmgucker auf der heimischen Couch dann auch so richtig genüsslich reinziehen.
Deswegen wird natürlich auch nicht berichtet, dass es sich bei den Brandflächen in den Wäldern der USA mit wenigen Ausnahmen um vergleichsweise kleine Bereiche handelt, dass es zur regulären Taktik der amerikanischen "Fire Plans" gehört, lange vor der Waldbrandsaison als "Wildland Firefighter" ausgebildete Soldaten und Strafgefangene (Inmates) in die Einsätze einzubeziehen - und dass Amerikas berühmte "Brandbekämpfer" trotz der "Large Fires" (bereits ab einer Ausdehnung von 100 Acre werden Wald- und Flächenbrände als "Grossfeuer" eingestuft) immerhin noch so fit sind, dass sie Tag für Tag hunderte von kleineren Bränden "so ganz nebenbei" löschen.

Was letztendlich betroffen macht, ist das meist völlig unzutreffende Bild, dass deutsche und europäische Medien hier dem "Otto-Normalverbraucher" in Deutschland vermitteln, gespickt mit fachlichen Falschaussagen, Übertreibungen und - man hat zumindestens den Eindruck - mit bewusst formulierten "Sensationen", die unter fachlichen Gesichtspunkten Normalitäten in der jährlichen Waldbrandsaison der USA sind. Und die Wahrheit über die - sicherlich schwere - Arbeit der US-Wildland Firefighter will eigentlich keiner wissen?!
 

Blaulicht
Hobby-Löscher!
Private Aktivitäten von Feuerwehrangehörigen in Sachen "Waldbrände löschen"
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Anscheinend lassen sich deutsche Feuerwehrangehörige vom "Waldbrandlöschen" in fremden Gefilden zunehmend anstecken. Je kleiner die heimische Feuerwehr, desdo grösser offensichtlich der Wunsch zum "aktiven Mitmachen" an den Feuerfronten im Westen der USA, in Griechenland oder in Spanien. Und wer zu Hause feuerwehrtechnisch nicht ausgelastet ist oder nicht genug zu tun hat, dem bringt der Tripp in die waldbrandgefährdeten Regionen dieser Welt ein spannendes Gesprächsthema unter Kameraden, Kollegen und am heimischen Biertisch. Zahlreiche Veröffentlichungen in Feuerwehr-Foren und in den Medien rufen in letzter Zeit zur Beteiligung an solchen - nicht selten fragwürdigen - Aktivitäten auf.
Und da sage noch jemand, Deutschlands freiwillige Feuerwehrleute - die Hauptberufler nicht ausgenommen - seien "überlastet"?! Mitnichten, denn offensichtlich reichen Freizeit und Kräfte noch immer aus, um "Waldbrand-Camps" in Griechenland, "Trainings-Camps" zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung in der Lüneburger Heide zu besuchen oder den amerikanischen "Wildland Firefightern" bei der Arbeit über die Schultern zu schauen.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Nichts, absolut gar nichts gegen persönliches und privates Engagement ausserhalb der eigenen (kleinen) Feuerwehrwelt. Nur wenn man dabei und in Betrachtung der jüngsten Aktivitäten in diesem Bereich das Gefühl nicht los wird, dass es sich bei all dem ansonsten löblichen Tun um die eigene Profilierung und dem Hang zu einem "gewissen fachlichen Grössenwahn" handelt, dann sollten eigentlich sämtliche Alarmglocken klingeln.
Tun sie aber nicht - bei den meisten wenigstens!

Ganz sachlich: Zum Löschen von Wald- und Flächenbränden in fremden Staaten und Regionen gehört mehr als privater und hobbymässiger Feuerwehr-Spass - zunächst mindestens einmal eine offizielle Anforderung von Löscheinheiten und Einsatzkräfte durch den jeweiligen Staat, in dem der Einsatz ablaufen soll (Zusatzinformation 1), dann aber beispielsweise spezielle Ausbildungen (Zusatzinformation 2), vorherige detaillierte Kenntnisse über die jeweilige Region, in der die Einsätze zu bewältigen sind (Zusatzinformation 3), grundlegende Kenntnisse über die meist unbekannte und eventuell gefährliche Tier- und Pflanzenwelt im Bereich der Einsatzstelle (Zusatzinformation 4) sowie allgemeine gesundheitliche Voraussetzungen (Zusatzinformation 5).
Diese wohl wichtigsten und grundsätzlichen Anforderungen sind bei "privaten" (!) Einsätzen, auch wenn sie über dazu gegründete Vereine laufen, in aller Regel nicht gegeben!
Und letztendlich sollte man sich bei allem wohl verstandenen persönlichen Engagement auch mal fragen, was wohl passieren würde, wenn bei einem Wald- oder Flächenbrand im heimischen Deutschland auf einmal griechische oder amerikanische "Hobby"-Feuerwehreinheiten aufmaschieren würden, die eigentlich niemand gerufen hat?!
 

Blaulicht
Firefighter's Halbwissen
Wenn der Urlaub Feuerwehrangehörige zu "Experten" macht
Kommentar von Wolfgang Jendsch

Ein privater Urlaub ist eigentlich zu Vielem gut: Man kann wandern, schwimmen, Rad fahren, sich den Pelz bräunen oder schlichtweg auf der faulen Haut liegen. Aber man kann sich im privaten Urlaub auch bilden - indem man zum Beispiel Feuerwachen besucht! Einfach mal anklopfen bei den professionellen Brandschützern in San Francisco, Los Angeles oder Miami, "hallo!" sagen, "ich bin der Franz-Dieter und bin auch bei de Feuerwehr und wollt mal so reinkucken!". Die Türen der Wachen öffnen sich, internationale Kameradschaft wird für ein oder zwei Stunden "gepflegt", Ärmelabzeichen hin, Ärmelabzeichen her, vielleicht noch ein T-Shirt abgestaubt - und schon ist man in die internationale "Experten-Riege" aufgenommen. Zu Hause kann man jetzt berichten über die "guten Kontakte zu amerikanischen Feuerwehren", über "intensive Fachgespräche" und natürlich über "Freundschaften über Grenzen hinweg". Und klar, wenn es jetzt um fachliche Fragen zu Firefightern, Engines und Tactics geht, steht man plötzlich als "der Fachmann" da. Die Jungs vom Dorf dürfen sich dann nur noch wundern über die neu geschaffene Interlektualität des Kameraden, von der dieser natürlich auch ausgiebig und breitflächig Gebrauch macht.
Soweit - so gut (oder schlecht!)! Nichtwissen, Pseudowissen und eklatantes Halbwissen wird so "ganz freiwillig und honorarfrei" verbreitet über die Kollegen und Kameraden in den USA, in Spanien, der Türkei oder von sonst wo auf dieser Welt. Dies natürlich nicht nur über die Kameraden und Kollegen selbst, sondern zugleich auch über ihre Ausrüstung, ihre Fahrzeuge oder über ihre tagtägliche Arbeit. Und da ja viele "Franz-Dieters" solche Urlaube machen, wird von den urlaubsgestärkten "Möchtegern-Experten" danach zwangsläufig auch viel Nichtwissen, Pseudowissen und eklatantes Halb ... -, na ja, Sie wissen schon - in Internet-Chats, Fachforen oder "Ausbildungs-Vorträgen" verbreitet?! Die daheim gebliebenen "Nichtwissenden" wiederum "saugen" dieses "Experten-Wissen" mit offenem Mund und grossen Augen auf - der nächste Urlaub ist spätestens jetzt geplant!
"Unkritisch, unverantwortlich - einfach unmöglich!" sollte man meinen? Hinterfragt wird so ein Verhalten aber in den wenigsten Fällen, sachlich diskutiert meist schon gar nicht. Was tun also? Die unbefriedigende Antwort: Keine Ahnung! Es wird alles so bleiben wie in den Zeile zuvor schon beschrieben: "Franz-Dieter fährt in Urlaub, besucht eine Feuerwache, ... - na ja, Sie wissen schon!
 
 

Informationen zum "Wildland Firefighting" in den USA
Ansprechpartner:
Wolfgang Jendsch, Fachredakteur mit Schwerpunkt "Wald- und Flächenbrandbekämpfung" (Wildland Firefighting in den USA),
Mitglied "International Association of Wildland Fire" (IAWF), South Dakota/USA
 



Weitere Informationen auf Anfrage
FirePublications/Feuerwehrpresse Wolfgang Jendsch - Brandschutz und Rettungsdienst
Wolfgang Jendsch, Fachredakteur/Fachautor
Buchhof 1 - D-78315 Radolfzell/Bodensee
Telefon (+49) (0)7732/12893 - Telefax (+49) (0)721/151510123
eMail: info@feuerwehrpresse.de

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Zusatzinformation 1:


Einheimische Waldbrand-Einheiten - hier eine amerikanische Hotshot-Crew - sind in aller Regel schon aus personaltaktischen Gründen fremden Einsatzkräften vorzuziehen. Dies erst recht, wenn es sich bei den fremden Kräften um "Hobbyisten" handelt!

"Stellt Euch vor es brennt - und alle kommen kommen einfach so in den Einsatz!", das wäre selbstverständlich nicht einmal in Deutschland innerhalb von Städten und Landkreisen möglich. Auch für Waldbrandeinsätze in Griechenland, Spanien, der Türkei oder in den USA sollten deutsche Feuerwehrangehörige zunächst einmal warten auf eine offizielle Anfrage des jeweiligen Staates beziehungsweise der jeweiligen Brandschutz-Organisation. Das ist nicht nur eine versicherungs- und haftungsrechtliche Frage, sondern auch eine Frage der Anerkennung fremder Entscheidungsträger, fremder Qualifikation und fremden Leistungsvermögens. Und wer beispielsweise angesichts grosser Waldbrände in den USA meint, die amerikanischen "Wildland Firefighter" benötigen die Unterstützung von "Hilfs-Truppen" aus Deutschland, der irrt gewaltig. In aller Regel kommen andere Staaten und ihre Brandschutz-Organisationen bei Wald- und Flächenbränden auch grösseren Ausmasses - vielleicht nach eigener und damit massgeblicher Einschätzung - bestens allein zurecht. Zusätzliche Einsatzkräfte werden, zum Beispiel in den USA, nötigenfalls aus dem militärischen Bereich oder aus Kanada rekrutiert. In diesem Fall handelt es sich um optimal ausgebildetes, trainiertes und erfahrenes Einsatzpersonal.
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Zusatzinformation 2:


Amerikanische "Wildland Firefighter" haben einiges mehr an körperlichen Voraussetzungen zu erbringen als Angehörige Freiwilliger- oder Berufsfeuerwehren in Deutschland. Nach stressiger Anreise und langem Flug "mal eben so in den Einsatz" - das wird sicher nicht funktionieren!

Notwendige Fähigkeiten zur Wald- und Flächenbrandbekämpfung können und dürfen keinesfalls allein auf einer deutschen Feuerwehrausbildung basieren - und sei diese noch so vielfältig und inhaltsreich. "Andere Länder - andere Sitten!", dieses Sprichwort greift hier durchaus. In anderen Staaten gelten andere Regeln, andere Verfahrensweisen und andere Voraussetzungen für den individuellen Einsatzfall.
Wer also beispielsweise in den USA im "Wildland Firefighting" mitarbeiten möchte, der mag sich den amerkanischen Feuerwehr-Ausbildungen stellen - nach den dort geltenden Bewerbungsrichtlinien selbstverständlich, vor Ort und im Rahmen der dazu notwendigen Zeiten und Erfahrungen.
"Mal eben zu Hause" ein paar Kurse absolvieren wird den letztendlich gestellten Anforderungen in keinem Fall gerecht. Erst recht dann nicht, wenn selbst Ausbilder hier nicht über die notwendigen (Fremd)Ausbildungen und Einsatzerfahrungen verfügen (Woher sollten Sie die auch haben?) oder wenn gar Ausbildungsunterlagen verwendet werden, die den Realitäten in keinster Weise entsprechen.
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Zusatzinformation 3:


Wichtig für einen effektiven Wald- und Flächenbrandeinsatz sind unter anderem genaue Kenntnisse der jeweiligen Region, der Landschaft, der Topografie, der Auswirkungen von Witterungsverhältnissen sowie der Oekologie. Unkenntnisse werden schnell zum Sicherheitsrisiko!

Ein effektiver Einsatz bei Wald- und Flächenbränden erfordert eine möglichst genaue Kenntnis der jeweiligen Region und ihrer Topografie, in der man als Fremder tätig wird. Flaches Gras- und Weideland, felsige und unzugängliche Naturlandschaften, Waldgebiete mit oft unbekanntem Bewuchs oder canyonartige Gebirgslandschaften - die Unterschiede hinsichtlich der eingesetzten Technik und der angewandten Taktik sind im Einsatzfall erheblich und von wesentlicher Bedeutung sowohl für den Erfolg der Operation als auch für die Sicherheit der eingesetzten Kräfte. Unverzichtbar auch die notwendige (Grund)Kenntnisse über vor Ort geltende Wetterregeln, über Witterungsbedingungen und ihre Auswirkungen sowie über die Einschätzung und Umsetzung von Wettervorhersagen.
Wer hier insgesamt nicht ausgesprochen vielfältige Kenntnisse und umfangreiche Erfahrungen vorweisen kann, ist in aller Regel fehl am Platze und wird für die einheimischen Einsatzkräfte sowie für seine eigenen Kameraden zum Sicherheitrisiko.
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Zusatzinformation 4:


Klapperschlangen - eine permanente Gefahr für amerikanische "Wildland Firefighter". Einsatzerfahrene Kräfte wissen mit solchen und anderen Gefahren jedoch umzugehen - deutsche Feuerwehrangehörige hätten damit jedoch sicher ihre Probleme!
Erhebliche Gefahren durch Giftpflanzen und gefährliche Tiere gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in den südeuropäischen Staaten.

Welcher "Hobby-Waldbrandlöscher" aus Deutschland kennt sich denn aus mit fremdländischer gefährlicher oder gar giftiger Vegetation (z.B. Poison Oaks, Poison Ivy, Manchineel, Poisonwood), deren Berührung allein schon zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führt? Wer weiss denn, wie man sich in felsigem Gelände möglichst sicher bewegt, in dem gefährliche Rattlesnakes (Klapperschlangen) oder Bären ihr Zuhause haben? Wie schützt man sich im nächtlichen Zelt vor Skorpionen, "Black Widows" (Giftspinnen) oder anderem unangenehmen Kleingetier?
Die eigenen Einsatzkräfte eines Staates - zum Beispiel die amerikanischen "Wildland Firefighter" - erhalten vor ihrem Einsatz alle dazu notwendigen Informationen, und ihre oft langjährigen Erfahrungen verhindern meist ernste Zwischenfälle.
"Gast-Einsatzkräfte" haben hier wohl oder übel ein erhebliches Defizit, das böse enden kann.
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Zusatzinformation 5:


Löschwasser - kein Problem! Aber auch der korrekte Umgang mit Trinkwasser zum Beispiel ist in den heissen Regionen dieser Europas und Amerikas lebenswichtig.

"Fit" mögen sie ja durchaus sein, die "Hobbyisten in Sachen Waldbrand". Wie aber steht es mit der Akklimatisierung bei einem kurzfristigen Einsatz in Arizonas Wüstenregionen, im Hochland der Sierra Nevada oder "nur" in den heissen und trockenen Regionen Süd- und Osteuropas? Wer von ihnen weiss genau, wie hoch der persönliche und ständig zu ersetzende Flüssigkeitsverlust innerhalb einer bestimmten Zeit bei 45 bis 50 Grad Celsius und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 15 oder gar 10 Prozent ist?
Selbst bestens trainierte Einsatzkräfte zum Beispiel aus den nördlichen Bundesstaaten der USA benötigen in den heissen Regionen des amerikanischen Südens einige Tage "Gesundheits-Vorlauf", bis sie überhaupt eingesetzt werden können. Und selbst der Urlauber merkt in der Regel deutlich, dass er sich am Urlaubsort meist erst einmal stressfrei akklimatisieren muss.
Und deutsche Feuerwehrangehörige, die für gerade mal 14 Tage oder drei Wochen quer über den grossen Teich in die klimatisch so ganz anderen Regionen dieser Welt eilen, sollen ausreichend für solche Einsätze gewappnet sein?! Wohl kaum!
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