![]() |
Reportagen und Veröffentlichungen
über den Modellbauer Wolfgang
Jendsch
und seine Sammlung von
Modellen internationaler Einsatzfahrzeuge
im Massstab 1:87/HO.
Löschen und Retten in kleinem
Maßstab
Eine Reportage des Fachmagazins
"Brandhilfe", Ausgabe 1/96

Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes (links) und der Feuerwehr
sowie ein KatS-Löschzug (LZ-R) im Maßstab 1:87/HO
(rechts).
Mehr als 4000 Lösch- und Rettungsfahrzeuge, darunter
die Löschzüge und Rettungsfahrzeuge aus dem Landkreis Konstanz,
stehen in der Bodenseestadt Radolfzell zum "Einsatz" bereit. Im kleinen
Maßstab 1:87/HO, versteht sich! Wolfgang Jendsch verfügt dort
über eine der umfangreichsten europäischen Sammlungen vorbildgerechter
Fahrzeugmodelle mit dem "blauen Licht".
In großen Vitrinen und Ausstellungsschränken
stehen sie zum "Einsatz" bereit: Löschfahrzeuge der Feuerwehren aus
der ganzen Welt, von der historischen pferdegezogenen Dampfspritze bis
hin zu den Grosstanklöschahrzeugen europäischer Flughäfen
-, Kranken- und Rettungswagen der Sanitätsorganisationen ASB, DRK,
JUH und MHD -, Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes (KATS), des Technischen
Hilfswerkes (THW) und nicht zuletzt die Funkstreifenwagen der Polizei.
Über 4000 Modelle im Massstab 1:87/HO zählt die Sammlung des
Radolfzellers Wolfgang Jendsch, immer wieder kommen neue Einzelstücke
der kleinen Kostbarkeiten hinzu.
Eine der grössten vorbildgerechten Sammlungen
in Europa
Seit mehr als 25 Jahren widmet sich Jendsch (50), der
hauptberuflich als Fachredakteur für Brandschutz/Rettungsdienst sowie
darüber hinaus als Pressesprecher des Internationalen Bodensee-Feuerwehrbundes
(BFB) und der Feuerwehr Radolfzell tätig ist, dem Modellbau von Einsatzfahrzeugen.
Schon lange ist seine umfangreiche Sammlung weit über die Grenzen
Deutschlands hinaus bekannt. Immer wieder präsentieren sich die kleinen
Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge auf großen Fachmessen (zum Beispiel
"Interschutz - Der Rote Hahn") oder bei Jubiläums- und Fachveranstaltungen
der Feuerwehren oder der Hilfs- und Rettungsorganisationen in ganz Europa.
"Diese Modelle werden ihren tatsächlich existierenden Vorbildern bis ins kleinste Detail nachgebaut", erklärt Wolfgang Jendsch die Besonderheit der Exponate. "Ein "Blaulicht auf rot angemaltem Auto" reiche nicht aus, um ein Feuerwehrfahrzeug-Modell entstehen zu lassen. Chassis, Aufbau und technische Beladung müssen absolut typen- und detailgenau wiedergegeben werden. Farbe und Organisationsbeschriftung stehen ihrem großen Vorbild in nichts nach. Im Einzelfall bis zu 200 Stunden benötigt der Bastler, um das Modell eines Einsatzfahrzeugs entstehen zu lassen. Spielzeugmodelle der Industrie, Plastik und Giessmaterialien sowie diverse handgearbeitete Metallteile bilden die Grundlage der künftigen Miniaturen. Werkspläne, Prospekte und Fotos dienen als optische Vorlage für Masse, Beladung und Detailausführung.


Vorbildgerechte Modelle im Massstab 1:87/HO: Schlauchwagen SW
2000-Tr (KatS-Löschzug "Löschen und Wasserversorgung"/LZ-W),
Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug (DMF) mit Dekon-Anhänger
(ABC-Zug)
sowie ein weiterer Schlauchwagen (SW 2000-Tr) des LZ-W auf MB
1113/Metz.
Wer zählt die Typen, nennt die Namen?!
Die Sammlung in Radolfzell zeigt durchaus nicht nur eine
grosse Palette von Fahrzeugen der zahlreichen Hilfs- und Rettungsorganisationen
aus den europäischen Ländern, den USA, aus Afrika oder Asien
- nur um einige Beispiele zu nennen -, auch ein Grossteil der Löschzüge
und Sonderfahrzeuge der Freiwilligen und Werkfeuerwehren aus dem heimischen
Landkreis Konstanz oder die Rettungs- und Krankenwagen des DRK-Kreisverbandes
befinden sich wohlbehütet in den Vitrinen und Ausstellungsschränken.
Besonders interessant sind dabei die Modelle historischer
Löschfahrzeuge: der handgezogene Wasserkarren aus dem 18. Jahrhundert
zum Beispiel, die Handdruckspritze mit Pferdebespannung von 1923 oder eine
der ersten Dampfspritzen im "Viererzug". Auch die Polizei ist mit zahlreichen
Land- und Luftfahrzeugen in der Modellschau vertreten: Hubschrauber zum
Beispiel oder Funkstreifenwagen aus Afrika, den Niederlanden, der Schweiz,
Grossbritannien und den USA.
Mit der Vielzahl der Modelle lassen sich sowohl technische
Entwicklungen in der Fahrzeuggeschichte der einzelnen Organisationen, Entwicklungen
im Brandschutz- oder Rettungsdienst oder gar komplexe Einsatzsitutionen
vor dem Hintergrund rauchender Gebäude und Fahrzeug-Crashs vorbild-
und fachgerecht darstellen.
In der Fachwelt bekannte Typen und Namen von Einsatzfahrzeugen
der Feuerwehr und der Hilfs- und Rettungsdienste finden sich auch im "kleinen
Massstab" wieder. So beispielsweise das FLF/GTLF 60/120 "Simba" von Rosenbauer
der Flughäfen Frankfurt am Main und München, eine breite Palette
der Faun 1410/1412-FLF/GTLF, dabei "selbstverständlich" auch das einstige
GTLF 18 der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main mit dem beidseitigen Fahrerhaus,
das sich mittlerweile vor dem Deutschen Feuerwehrmuseum präsentiert.
Ein Blick ins Ausland zeigt Exoten in "lemon-green",
gelb, khakifarben oder strahlendweiss - Lösch-, Tanklösch- und
Rüstfahrzeuge beispielsweise ais Tripolis (Lybien), Vera Cruz (Mexiko)
oder Riyadh (Saudi-Arabien).
Zu kurz in dieser Sammlung kommen natürlich auch nicht die Bereiche Katastrophenschutz (z.B. Züge nach STAN, Sonderfahrzeuge von ABC- und Fernmeldedienst oder der Wasserrettung), der Rettungsdienst (vom historischen Krankenwagen zum modernen Rettungshubschrauber) und die Polizei (z.B. Funkstreifenwagen, gepanzerte Sonderfahrzeuge).


Ein weiteres KatS-Einsatzfahrzeug im "kleinen Masstab": Löschgruppenfahrzeug
LF 16-TS auf MD 170 D 11 (Bild links).
Besonders effektiv lässt sich die Fahrzeuggeschichte der
Feuerwehr im Massstab 1:87/HO darstellen - hier beispielsweise eine Kraftspritze
und ein Rüstgerätewagen (Auto-Richtwagen) aus den Jahren 1926
beziehungsweise aus 1934 (Bild Mitte).
Das Bild rechts zeigt Fahrzeuge einer Werkfeuerwehr.
Es fehlt die Zeit!
Wenngleich aufgrund der beruflichen Situation von Wolfgang
Jendsch meist die erforderliche Zeit für das Basteln weiterer Modelle
fehlt, so bleibt doch immer mal wieder ein ruhiges Stündchen, um die
Sammlung um ein interessantes Löschfahrzeug, eine Drehleiter oder
einen Notarztwagen zu ergänzen. Vor allem nach längeren USA-Aufenthalten
von Wolfgang Jendsch locken zahlreiche Vorbilder dortiger Löschfahrzeuge
geradezu zum Nachbau.
"Mein Bildarchiv umfasst derzeit rund 45.000 Fotos von
Einsatzfahrzeugen aller Art - da gibt es für den Modellbau sicher
noch genug zu tun", so Wolfgang Jendsch optimistisch.
Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge
im Modell
Supermodelle aus der Sammlung
des Feuerwehrspezialisten Wolfgang Jendsch
Eine Reportage der Messe-Zeitung
"Mobautech" St. Gallen/Schweiz, September 1990

Veröffentlichung anlässlich einer Ausstellung der Modelle
vom 19.-24. September 1990 bei der "2. Internationalen Messe für Modelleisenbahnen,
Anlagenbau und Modelltechnik" in St. Gallen/Schweiz.
Sein Beruf hat auf das Hobby abgefärbt. Was er fotografiert
und schreibt, setzt er auch ins Modell um, und zahlreiche seiner Vorträge
werden nicht nur bildlich, sondern auch massstäblich und dreidimensional
dargesteIlt. Die Rede ist von Wolfgang Jendsch, international.bekannter
Feuerwehrfotograf und Fachjournalist. Der Leitung der Mobautech ist es
gelungen, zahlreiche "Leckerbissen" aus der Sammlung Jendsch in eine Sonderschau
nach St. Gallen zu bringen.
Der in Radolfzell am Bodensee lebende Wolfgang Jendsch
stellt Modelle von Einsatzfahrzeugen von Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsorganisationen
her und plaziert sie jeweilen in eine passende Umgebung. Die "Geschichte
der Einsatzfahrzeuge" wird auf einer Ausstellungsfläche von 62 Quadratmetern
in Tisch- und Schauvitrinen gezeigt, Jendschs bevorzugter Modellmassstab
entspricht jenem der Modellbahngrösse HO, also 1:87. Rund 450 Modellfahrzeuge
von Feuerwehren, Sanitätsorganisationen, Katastrophenschutz und der
Polizei unterschiedlichster Länder kommen an der Mobautech zur Darstellung.
Illustriert wird die Ausstellung durch ergänzendes
Fotomaterial, durch Kurzbeschreibungen und durch kleinere Exponate wie
Uniformteile oder feuerwehrtechnische Geräte.
Tausend Miniaturwiedergaben des Originals
Weit über tausend Modellfahrzeuge beinhaltet die
komplette Sammlung von Wolfgang Jendsch. Sie stellt damit einer der grössten
in Europa dar. Alle Modelle wurden ihren tatsächlich existierenden
Vorbildern entsprechend bis ins kleinste Detail nachgebaut und vorbildgerecht
mit den Originalfarben, mit Ausrüstungsgegenständen wie Blaulichter,
Lautsprecher, Rückspiegel, Dachbeladungen sowie mit organisationstypischen
Beschriftungen und Emblemen versehen. Grundlage für die vorbildgerechten
Fahrzeuge sind zum Teil Modelle verschiedener Herstellerfirmen, die entsprechend
verändert und umgebaut wurden. Zum Teil wurden die Modelle oder deren
Einzelteile völlig neu aus Plastik oder Metall angefertigt, aber auch
aus Harz oder Flüssigkunststoff gegossen.
Modelle, Fotos und Fachbücher
Die komplette Modellsammlung und natürlich auch
die auf der Mobautech gezeigte Auswahl geben einen Überblick über
die geschichtliche Entwicklung von Einsatzfahrzeugen deutscher und internationaler
Hilfs- und Rettungsorganisationen. Das Archiv des Fachjournalisten Wolfgang
Jendsch.zur "Geschichte der Einsatzfahrzeuge" umfasst derzeit etwa 30.000
Fotos sowie Schrift- und Bildmaterial.
Zum Feuerwehrmodellbau und zur "Geschichte der Einsatzfahrzeuge"
hat Jendsch zwei Fachbücher veröffentlicht: "Feuerwehrfahrzeuge
im Modell" und "Einsatzfahrzeuge der Finnischen Feuerwehr". Das dritte
Buch "Feuerwehrfahrzeuge in Europa" wird noch im Laufe dieses Herbstes
erscheinen. Darüber hinaus veröffentlicht Wolfgang Jendsch regelmässig
Fachbeiträge im "Feuerwehr-Magazin", "ZS-Magazin" (Katastrophenschutz)
und im Modellbau-Magazin "KIT".
Ein Steckenpferd wurde zur Leidenschaft
- Eine Welt im Massstab 1:87
Eine Reportage des "ZS-Magazin",
Ausgabe 12/80
Von Günter Sers



Die mit zahlreichen Bildern versehene Reportage aus dem Jahre
1980 schildert die Anfänge des Modellbaus von Wolfgang Jendsch. Aus
den hier vorhandenen rund 400 Modellen sind zwischenzeitlich gut zehnmal
so viele geworden. Aus dem anfänglichen Hobby wurde später Beruf
und Berufung zugleich.
Auf den Gedanken, Modellfahrzeuge der Katastrophenschutzorganisationen zu sammeln, kam Wolfgang Jendsch, Hobbymodellbauer aus Oberkirch in Baden, vor Jahren - während eines Einsatzes Rettungssanitäter der Johanniter-Unfall-Hilfe im italienischen Erdbebengebiet Friaul. Beeindruckt von der Vielfalt der dort eingesetzten in- und ausländischen Sanitäts- und Bergungsfahrzeuge überlegte er, ob diese nicht auch im Kleinen zu gestalten sind. Zurück in Deutschland, kaufte er sich gewöhnliche Spielzeugmodelle der entsprechenden Wagentypen und wandelte sie farblich so ab, daß daraus Sanitätsfahrzeuge wurden.
Fast 400 Modellfahrzeuge
Wer heute die Vielzahl seiner Mobile sieht, merkt, dass
aus dem anfänglich bescheidenen Steckenpferd eine Leidenschaft geworden
ist. Säuberlich eingeteilt in Aufgabengebiete und untergebracht auf
mehreren Ebenen eines Regals, reihen sich fast 400 Fahrzeugmodelle in den
verschiedensten Farben aneinander. Die bunte Palette der originalgetreu
nachgearbeiteten Fahrzeuge reicht vom kompletten Sanitätszug der JUH
über einen vollzähligen ABC-Zug, THW-Fahrzeugen aus den einzelnen
Zügen wie Funkkommandowagen, Unfallhilfs-Kombi, Einsatzleitwagen,
Dekontaminations-Mehrzweck-Fahrzeug, einer fahrbaren Unfallhilfsstelle
des ASB, Einsatzleitwagen der Polizei bis hin zu dem grossen Fahrzeugpark
der Feuerwehren. Grosstanklöschfahrzeug, Drehleiter, verschiedene
Rüstwagen, Löschfahrzeuge aller Art, fast alle Wagentypen sind
vertreten in der umfangreichen Sammlung. Hinzu kommen noch Fahrzeuge aus
der DDR, Österreich, Frankreich. England, Schweden, Tunesien und Japan.
Im Gegensatz zu früher, als Jendsch sich noch mit den im Spielzeughandel angebotenen Modellen zufrieden gab, kommt es ihm heute auf das kleinste Detail an. Weder Rückspiegel, Antenne, Blaulicht oder Lautsprecher noch Beschriftung und Embleme der Organisationen fehlen an den Mobilen. Auf einem Arbeitstisch stapeln sich viele verschiedenfarbige Kästchen, vollgepackt mit Utensilien, die für einen Modellbauer unentbehrlich sind. Neben dem Tisch steht eine grosse "Kramkiste". Wirft man einen Blick hinein, sieht man, dass Jendsch auch "Lehrgeld" bezahlen musste. Bunt durcheinandergewürfelt liegen hier die ersten Fahrzeuge, die nicht mehr seinen heutigen, kritischeren Ansprüchen genügen. Sie werden nach Bedarf ausgeschlachtet und die Einzelteile für die Gestaltung neuer, genauerer Modelle verwandt.
Im Massstab 1:87
Auf die Frage, was ihm als Vorlage für seine "Millimeterarbeit"
dient, zeigt Jendsch auf ein Wandregal in seinem Arbeitszimmer. Hier reihen
sich über 50 Aktenordner aneinander, voll mit Prospektmaterial und
Bauplänen von Originalfahrzeugen, in- und ausländischen Fachzeitschriften
sowie Fotos von Einsatzfahrzeugen, die der ehrenamtliche Rettungssanitäter
selbst aufgenommen hat.
Seine ganze Sammlung ist im Massstab 1:87 angelegt. Jendsch:
"Es gibt Modelle in den verschiedensten Massstäben. Ich baue im Massstab
1:87, weil sich damit auf vertretbaren Platz ganze Schadensabläufe
darstellen lassen". Als Werkstoff für seine eigenen Konstruktionen
benutzt er Metalle, Kunststoffe und Gummi, alles Materialien, die leicht
zu bearbeiten sind. Auch giesst er Einzelteile in Harz.
Jendsch, hauptberuflich Referent für Öffentlichkeitsarbeit
eines Klinikverbandes, stehen wöchentlich nur ein paar Stunden für
sein Hobby zur Verfügung. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass
er für die Fertigung eines schwierigen Nachbaus mehrere Wochen benötigt.
"Sehr viel Feingefühl, handwerkliches Können und besonders Geduld
sind nötig, um die vielen winzigen Einzelteile anzufertigen und zusammenzufügen",
erläutert er.
Historische Nachbildungen
Sein grösster Stolz sind einige historische Fahrzeuge
der Berufsfeuerwehr New York. In mühevoller, langwieriger Arbeit hat
er die amerikanischen Bausätze umgearbeitet. Rund acht Wochen waren
nötig, um eines der fast hundertmal kleineren Modelle anzufertigen.
Die Details dazu entnahm er einer amerikanischen Fachzeitschrift. Jendsch:
"Ich kann Anfängern nur raten, nicht gerade mit einer solch schwierigen
Aufgabe zu beginnen. Sie sollten sich zuerst an einfacheren Modellen versuchen".
An einem Fahrzeug erprobt der Bastler echte Funktionen.
Schon lange hatte es ihn gereizt, seine Modelle mit optischen und akustischen
Signalen zu beleben. So sollen Fahrlicht, Rückfahrlicht, Blaulicht
und Martinshorn in Zukunft zur Ausstattung seiner Mobile gehören.
Eines der ganz wenigen Modelle, die Wolfgang Jendsch nicht im
Massstab 1:87/HO baute, ist diese US-Dampfspritze.
Wirklichkeitsnahe Schadensmodelle
Bei soviel Perfektionismus blieb es natürlich nicht
aus, daß der Hobbymodellbauer seine inzwischen fast komplette Sammlung
einzelner Einsatzzüge der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen auch
in Funktion sehen wollte. Deshalb fing er vor zwei Jahren damit an, nach
Original-Schadensbildern, die er zum Teil selbst während seiner Einsätze
als Rettungssanitäter fotografierte, sehr realistisch das Unfall-
oder Brandgeschehen nachzubilden. Jetzt konnte er mit seinen Samitäts-,
Bergungs- und Feuerwehrfahrzeugmodellen ganze Einsatzabläufe wiedergeben.
Auf seinem ersten Schadensmodell stellte Jendsch einen
Grossbrand auf einem schwäbischen Bauernhof dar. Mit viel Liebe zum
Detail rekonstruierte er den Feuerwehr- und Rettungseinsatz. Im Mittelpunkt
des Geschehens steht der Brand eines Stalls. Mit allen verfügbaren
Kräften versuchen die Wehren das Schadensfeuer einzudämmen. Von
einer Drehleiter aus bekämpft ein Feuerwehrmann den Brand von oben,
während am Boden die Wehrmänner mit fünf Rohren gegen die
Flammen vorgehen. Hinter dem Wohnhaus steht ein geländegängiges
Löschfahrzeug (LF 8), von hier aus versuchen die Einsatzkräfte
ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Tragkraftspritzen, die das
Löschwasser aus einem nahegelegenen Bach pumpen, stellen die Wasserversorgung
sicher. Ausserhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs versorgen Sanitäter
der JUH zwei verletzte Hausbewohner. Die Polizei hält Neugierige fern
und regelt den Verkehr.
Der Betrachter braucht schon etwas Zeit, um die vielen
bis ins kleinste ausgearbeiteten Einzelheiten und landschaftlichen Gegebenheiten
zu erkennen: Ställe, Wohngebäude, Lagerschuppen sowie Bachlauf,
Straße und Brücke sind fast originalgetreu wiedergegeben; bestens
geeignet als Lehrmodell für Feuerwehr- und Rettungsdienstpersonal.
Im Frühjahr nächsten Jahres will Jendsch auf
einer Grundfläche von zwei mal zehn Metern neue, grössere Schadensmodelle
basteln, mit denen er noch umfangreichere Einsatzabläufe darstellen
kann. Sie sollen auch beleuchtet werden.


Ein Radlader (Bergungsräumgerät des KatS-Bergungszuges)
des Technischen Hilfswerkes (THW)
sowie zwei Transportfahrzeuge (Bild Mitte) im Einsatz bei "Aufräumarbeiten".
Einsatzfahrzeuge des KatS-Sanitätszuges (rechts) stehen
in Bereitschaft.
Anerkennung auf "Interschutz '80"
Jendsch, der seine komplette Sammlung und die Einsatzdarstellungen
auf der "Interschutz '80" in Hannover ausgestellt hatte, konnte über
Mangel an Besuchern nicht klagen. "Für mich war der Andrang überwältigend",
berichtet er. "Ich habe nicht mit soviel Interessenten gerechnet. Der Stand
war meist überfüllt. Besonders gefreut habe ich mich aber
über die anerkennenden Worte der fachkundigen Feuerwehrmänner.
Sie bestätigten mir oft, dass die Modelle sehr genau den Originalen
entsprächen".
Auf seine Zukunftspläne angesprochen, meint Jendsch:
"Mein Fernziel ist die DarsteIlung der Geschichte des Feuerlösch-,
Rettungsdienst- und Katastrophenschutzwesens der letzten hundert Jahre
im weitesten Sinne. Ausserdem gibt es fast tausend verschiedene Einsatzfahrzeuge
der einzelnen Organisationen. Es bleibt mir also noch genug zu tun".
Dank und Anerkennung
für die "hervorragende Arbeit als Moderator des Fachgebietes
Hobby in der Feuerwehr"
der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes
e.V. (VFDB)
anlässlich der "Interschutz '80 - Der Rote Hahn" (Hamburg,
Dezember 1980).